Nach vielen Jahren der Stille fand 2014 die erste Veranstaltung in der Mediascher Synagoge statt, an der die Lokalbevölkerung beteiligt war. Es war ungewöhnlich für unsere Stadt: eine Veranstaltung, die Hilfe brauchte. So viele Menschen mittleren Alters, auch ich, gingen in die alte Synagoge, um den Garten zu reinigen. Hier traf ich auch Gabi und Jochen. Beim Anstreichen des Zauns der Synagoge hätte ich mir nie vorstellen können, dass wir vier Jahre später immer noch zusammen arbeiten würden.

Im Laufe der Jahre gab es drei Projekte und viele kultu-relle und pädagogische Veranstaltungen. Das erste Projekt (2014-2015) war die Erfassung und Sicherung des Archivs, unter Leitung von Julie Dawson. Dann machte ich mit dem Bibliotheks- und Textilsicherungsprojekt weiter (2016/17), das vom Mihai Eminescu Trust verwaltet wurde.

Ebenfalls 2016 begann mit TRACES ein von der EU-Kommission finanziertes Projekt im Rahmen des Pro-gramms „Horizon 2020“, das sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckt. Mit neuer Forschungsmethodik untersucht TRACES die Herausforderungen, Chancen und Rolle umstrittenen Kul-turerbes im heutigen Europa. TRACES besteht aus einem interdisziplinären Team, das Akademiker*innen, Künstler*innen und Kulturschaffende zusammenbringt, um eine kreative Forschung zu „umstrittenen Hinterlassenschaften“ zu entwickeln. Dafür hat TRACES eine Reihe künstlerischer Koproduktionen initiiert, in denen Künstler*innen, Forscher*innen und andere zusammenarbeiten. Sie beleuchten verschiedene Fälle und entwickeln neue Ansätze, diese der breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im TRACES-Projekt arbeiten ausserdem die Humboldt-Universität Berlin, das Naturhistorische Museum Wien, die University of Edinburgh und acht weitere Partner*innen mit.

Die Ausstellung „Liminal Portraits” im Mediascher Haus neben der Synagoge.

So entstand das Team im „Haus neben der Synagoge“ in seiner heutigen Form und ist eins der fünf Koproduktionsteams. Dazu gehören:

  • Julie Dawson – Projektleiterin und Forscherin des Leo-Baeck-Instituts,
  • Răzvan Anton – Künstler, Dozent an der Universität für Kunst und Design in Klausenburg/ Cluj und Mitarbeiter der Ecole Europeenne Superieure de l’Image (Poitiers, F) und bei Tăşuleasa Social (RO),
  • Alexandra Toma – seit 2014 in der Synagoge erst als Freiwillige, dann als Kultur-Managerin tätig, sowie
  • Gabi und Jochen Cotaru vom Verein Hosman Durabil.

Im Rahmen von TRACES bestand unsere Arbeit u. a. in einer jährlich zweimonatigen Residence von Julie Dawson und Răzvan Anton. Zu ihren Aktivitäten zählen Ausstellungen wie „Fading Studies“ im Archiv (September 2016), “Liminale Portraits: Marginal Stories” (September 2017), „… aber ich habe es zurückgebracht… Objekte, Bücher, Geschichten” (2018), die Multimedia-Installation „Music Box“ (September 2016), mehrere Workshops für Kinder und Studierende, Klezmer- und andere Konzerte sowie Freiwilligeneinsätze.

Das TRACES-Projekt wird Anfang 2019 enden, aber unser Team wird weiter machen. Abgesehen davon und den Aktivitäten, die den Erhalt des historischen und kulturellen Erbes zum Ziel haben, ist das „Haus neben der Synagoge“ ein Treffpunkt für die Stadtgemeinschaft, wo Film- und Theaterabende und anderes stattfinden. Ausserdem ist der gesamte Raum (Synagoge, Archiv, Ausstellungen) sowohl für Tourist*innen, die örtliche Bevölkerung und für die Schulen Mediaschs und anderer Orte geöffnet.

Derzeit arbeiten wir an der Website. Bis sie fertig ist, können die Aktivitäten auf unserer Facebook-Seite verfolgt werden. Julie Dawson und Răzvan Anton arbeiten derzeit in Wien daran, die temporäre Ausstellung „Liminale Portraits: Marginal Stories“ in eine möglichst permanente zu verwandeln. Und es steht die Gründung des Vereins „Fanny Bäumel“ an, der als künftiger Träger des „Hauses neben der Synagoge“ und der Synagoge neue Projekte und Veranstaltungen organisieren wird.

 

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